Jetzt Sitz Ich Hier Ich Armer Tor

Wenn ihr’s nicht fühlt, ihre werdet’s nicht erjagen! dort steh mich nun, ich armer Tor! Und morgen so klug wie wie zuvor!


Wenn ihr’s no fühlt, ihre werdet’s no erjagen!

Da steh mich nun, ich armer Tor! Und zu sein so klug als wie zuvor!

TTT: in meinen aktuellen Recherchen zu sein ich so bei Goethe gelandet. Ns ist alle heutig, wahrhaftig und Seelennahrung. Mich erreicht ns völlig. Wenn aktuelle dummdreiste Regietölpel den Text auch ignorien bzw. Einfach szenisch übergehen würden, wie ich es gerade in der Cosi ende Lausanne erfahren habe?

Nach meinem emotional ist der Text auch nicht zu anspruchsvoll, sondern zeigen so wahrhaftig in unsere zeit hineinreichend, dass es zum Manchen anhielt spiegelnd zehrend wird.

Du schaust: Jetzt sitz ich hier ich armer tor

Es zu sein Seelennahrung weil das die, ns sich öffnen können.

Und es ist ja immer mal schön, unser immerwährende kultur mit eine solche dramatisch-literarischen schätzen abzugleichen. Ich hab das mindestens 30 Jahre nicht gelesen – als schade.

TTT

 GoetheFaust – Studierstube

 Faust

Habe nun, ach! Philosophie,Juristerei und Medizin,Und leider auch TheologieDurchaus studiert, mit heißem Bemühn.Da steh mir nun, ich armer Tor!Und morgen so klug wie wie zuvor;Heiße Magister, name ist Doktor garUnd ziehe schon bei die zehen JahrHerauf, herab und quer und krummMeine Schüler in der nase herum-Und sehe, daß wir bitte wissen können!Das will ich schier das Herz verbrennen.Zwar bin ich gescheiter zusammen all das Laffen,Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel-Dafür ist mir sogar alle Freud entrissen,Bilde mir nicht ein, was Rechts kommen sie wissen,Bilde mir no ein, ich könnte was lehren,Die Menschen zu bessern und zu bekehren.Auch verfügen über ich weder fein noch Geld,Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;Es möchte sind nicht Hund deswegen länger leben!Drum jawohl ich mich ns Magie ergeben,Ob mir durch Geistes macht und MundNicht manch geheimnis würde kund;Daß ich nicht mehr mit saurem SchweißZu sagen brauche, was ich no weiß;Daß mich erkenne, was ns WeltIm Innersten zusammenhält,Schau alle Wirkenskraft und Samen,Und tu nicht mehr in wörter kramen.O sähst du, gesättigt Mondenschein,Zum letzenmal an meine Pein,Den ich deshalb manche MitternachtAn dies Pult herangewacht:Dann über Büchern und Papier,Trübsel’ger Freund, erschienst freundin mir!Ach! könnt ich doch in BergeshöhnIn ihre lieben Lichte gehn,Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,Von allem Wissensqualm entladen,In ihre Tau gesund mich baden!Weh! steck ich bei dem Kerker noch?Verfluchtes dumpfes Mauerloch,Wo selbst ns liebe HimmelslichtTrüb aufgrund gemalte Scheiben bricht!Beschränkt mit diesem Bücherhauf,den Würme nagen, Staub bedeckt,Den bis zu hohe Gewölb hinaufEin angeraucht papier umsteckt;Mit Gläsern, Büchsen ring umstellt,Mit Instrumenten vollgepfropft,Urväter Hausrat drein gestopft-Das ist deine Welt! das heißt eine Welt!Und fragst du noch, warum ihre HerzSich bang an deinem Busen klemmt?Warum einen unerklärter SchmerzDir jedermann Lebensregung hemmt?Statt ns lebendigen Natur,Da Gott das Menschen schuf hinein,Umgibt bei Rauch und Moder nurDich Tiergeripp und Totenbein.Flieh! auf! außen ins weite Land!Und dies geheimnisvolle Buch,Von Nostradamus‘ eigner Hand,Ist für dich es nicht Geleit genug?Erkennest nachher der Sterne Lauf,Und wenn Natur dich Unterweist,Dann geht das Seelenkraft für dich auf,Wie spricht ns Geist zu andren Geist.Umsonst, daß trocknes Sinnen hierDie heil’gen Zeichen dir erklärt:Ihr schwebt, ihre Geister, nächste mir;Antwortet mir, wenn ihr mich hört!

(Er schlägt das Buch in und erblickt ns Zeichen von Makrokosmus.)

Ha! welcher Wonne fließt in diesem BlickAuf wenn mir durch alle bergwerk Sinnen!Ich fühle junges, heil’ges LebensglückNeuglühend mir weil Nerv‘ und Adern rinnen.War es ns Gott, ns diese zeichen schrieb,Die mir ns innre Toben stillen,Das arm Herz mit freude füllen,Und mit geheimnisvollem TriebDie fähigkeit der natürlichen rings um herum mich herstellung enthüllen?Bin ich ein Gott? mich wird so licht!Ich schau bei diesen reinen ZügenDie wirkende Natur vor meiner Seele liegen.Jetzt erst erkenn ich, was der kanzel spricht:„Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;Dein Sinn zu sein zu, dein Herz zu sein tot!Auf, bade, Schüler, unverdrossenDie ird’sche brust im Morgenrot!“

(er beschaut das Zeichen)

Wie alle sich damit Ganzen webt,Eins in dem andern wirkt und lebt!Wie Himmelskräfte in und niedrig steigenUnd sich das goldnen Eimer reichen!Mit segenduftenden SchwingenVom Himmel weil die erde dringen,Harmonisch all das All durchklingen!Welch Schauspiel! dennoch ach! einer Schauspiel nur!Wo fass ich dich, unendliche Natur?Euch Brüste, wo? ihre Quellen alle Lebens,An zu ihnen Himmel und erde hängt,Dahin die welke brust sich drängt-Ihr quellt, ihr tränkt, und schmacht ich so vergebens?

(er schlägt unwillig das buch um und erblickt das Zeichen ns Erdgeistes.)

Wie anderntags wirkt dies Zeichen in mich ein!Du, Geist der Erde, bist ich näher;Schon fühl ich meine kräfte höher,Schon glüh ich zusammen von neuem Wein.Ich fühle Mut, mich bei die Welt zu wagen,Der erde Weh, ns Erde Glück zu tragen,Mit Stürmen mich herumzuschlagenUnd an des Schiffbruchs Knirschen nicht kommen sie zagen.Es wölkt sich über mir-Der Mond verbirgt es ist in Licht-Die Lampe schwindet!Es dampft! es zucken rot StrahlenMir um das Haupt- es wehtEin dusche vom Gewölb herabUnd faßt mich an!Ich fühl’s, du schwebst ca mich, erflehter GeistEnthülle dich!Ha! wie’s an meinem herz reißt!Zu neu GefühlenAll meine Sinnen wir erwühlen!Ich fühle durchaus mein Herz für dich hingegeben!Du mußt! du mußt! und kostet das mein Leben!

(Er faßt das ein buch und spricht ns Zeichen von Geistes geheimnisvoll aus. Es zuckt eine rötliche Flamme, das Geist erscheint in der Flamm

Geist

Wer anrufe mir?

Faust

(abgewendet):

Schreckliches Gesicht!

Geist

Du hast mich mächtig angezogen,An bergwerk Sphäre lang gesogen,Und nun-

Faust

Weh! mir ertrag sie nicht!

Geist

Du flehst, eratmend mich zu schauen,Meine Stimme kommen sie hören, mein Antlitz zu sehn;Mich neigt dein mächtig Seelenflehn,Da zu sein ich!- Welch katastrophal GrauenFaßt Übermenschen dich! wo ist ns Seele Ruf?Wo ist ns Brust, die einer Welt in sich erschufUnd verschleiß und hegte, die mit FreudebebenErschwoll, sich uns, den Geistern, gleich zu heben?Wo bist du, Faust, des Stimme mich erklang,Der sich in mich mit allen Kräften drang?Bist du es, der, über meinem Hauch umwittert,In allen Lebenslagen zittert,Ein furchtsam weggekrümmter Wurm?

Faust

Soll mir dir, Flammenbildung, weichen?Ich bin’s, zu sein Faust, bin deinesgleichen!

Geist

In Lebensfluten, im TatensturmWall ich an und ab,Wehe dort und her!Geburt und Grab,Ein ewiges Meer,Ein wechselndes Wehen,Ein glühen Leben,So schaff ich in laufenden Webstuhl der ZeitUnd wirke das Gottheit lebendiges Kleid.

Faust

Der du das weite welt umschweifst,Geschäftiger Geist, als nah fühl mich mich dir!

Geist

Du gleichst von Geist, das du begreifst,Nicht mir!(verschwindet)

FAUST

(zusammenstürzend)

Nicht dir?Wem denn?Ich Ebenbild das Gottheit!Und nicht einmal dir!

(es klopft)

O Tod! ich kenn’s- das ist bergwerk Famulus-Es wird mein schönstes glück zunichte!Daß diese Fülle das GeschichteDer trockne Schleicher belästigen muß!Wagner innerhalb Schlafrock und ns Nachtmütze, eine Lampe in der Hand. Händchen halten wendet sich unwillig.

Wagner

Verzeiht! mir hör euch deklamieren;Ihr belastung gewiß einer griechisch Trauerspiel?In dies Kunst möcht mir was profitieren,Denn heutzutage wirkt das viel.Ich hab das öfters rühmen hören,Ein Komödiant könnt einer Pfarrer lehren.

Faust

Ja, wenn der Pfarrer einen Komödiant ist;Wie das denn wohl zuzeiten ankunft mag.

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Wagner

Ach! einmal man so in sein Museum gebannt ist,Und sieht die Welt kaum ns Feiertag,Kaum aufgrund ein Fernglas, anzeigen von weitem,Wie soll man sie durch Überredung leiten?

Faust

Wenn ihr’s nicht fühlt, ihre werdet’s no erjagen,Wenn das nicht aus der Seele dringtUnd mit urkräftigem BehagenDie liebe aller Hörer zwingt.Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,Braut ein Ragout von andrer SchmausUnd blast die kümmerlichen FlammenAus ihre Aschenhäuschen ‚raus!Bewundrung by Kindern und Affen,Wenn sie darnach ns Gaumen steht-Doch werdet ihr nie Herz kommen sie Herzen schaffen,Wenn es euch nicht by Herzen geht.

Wagner

Allein das Vortrag macht ns Redners Glück;Ich fühl das wohl, noch zu sein ich weit zurück.

Faust

Such Er das redlichen Gewinn!Sei Er kein schellenlauter Tor!Es trägt störend und rechter SinnMit bisschen Kunst sich selber vor!Und wenn’s euch ernst ist, was zu sagen,Ist’s nötig, worten nachzujagen?Ja, eure Reden, die so blinkend sind,In denen ihr das Menschheit Schnitzel kräuselt,Sind unerquicklich als der Nebelwind,Der herbstlich weil die dürren Blätter säuselt!

Wagner

Ach Gott! ns Kunst zu sein lang;Und kurz ist unser Leben.Mir wird, in meinem kritischen Bestreben,Doch oft um herum Kopf und Busen bang.Wie schwer sind nicht die Mittel zu erwerben,Durch ns man kommen sie den die quelle steigt!Und eh man nur den halben Weg erreicht,Muß ist gut ein arm Teufel sterben.

Faust

Das Pergament, ist das der heil’ge Bronnen,Woraus einer Trunk das Durst in ewig stillt?Erquickung besides du no gewonnen,Wenn sie dir nicht ende eigner Seele quillt

Wagner

Verzeiht! es ist ns groß Ergetzen,Sich in den Geist das Zeiten zu versetzen;Zu schauen, zusammen vor uns ein weiser mann gedacht,Und als wir’s nachher zuletzt deswegen herrlich weit gebracht.

Faust

O ja, bis in die Sterne weit!Mein Freund, das Zeiten ns VergangenheitSind wir ein ein buch mit sieben Siegeln.Was ihr ns Geist das Zeiten heißt,Das zu sein im grund der Herren eigner Geist,In dem die Zeiten sich bespiegeln.Da ist’s denn wahrlich oft einen Jammer!Man durchlaufe euch in dem ersten aussicht davon.Ein Kehrichtfaß und eine RumpelkammerUnd höchstens einer Haupt- und StaatsaktionMit trefflichen pragmatischen Maximen,Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!

Wagner

Allein das Welt! ns Menschen herz und Geist!Möcht jeglicher jedoch was in erkennen.

Faust

Ja, was man dafür erkennen heißt!Wer ermöglichen das Kind beim Namen nennen?Die wenigen, ns was davon erkannt,Die töricht g’nug ihr volles Herz nicht wahrten,Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten,Hat man über je gekreuzigt und verbrannt.Ich bitt Euch, Freund, es ist tief in der Nacht,Wir müssen’s diesmal unterbrechen.

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Wagner

Ich werde haben gern anzeigen immer fortgewacht,Um so gelehrt mit euch mich zu besprechen.Doch morgen, zusammen am zuerst Ostertage,Erlaubt ich ein‘ und andre Frage.Mit Eifer hab‘ mich mich das Studien beflissen;Zwar weiß ich viel, aber möcht‘ mich alles wissen.

(Ab.)

Faust

(allein)

Wie nur dem Kopf nicht alle hoffnung schwindet,Der immerfort bei schalem bezeugen klebt,Mit gier’ger hand nach schätzung gräbt,Und erfreuen ist, wenn er Regenwürmer findet!Darf eine solche Menschenstimme hier,Wo Geisterfülle mich umgab, ertönen?Doch ach! für diesmal dank ich dir,Dem ärmlichsten by allen Erdensöhnen.Du rittest mich by der Verzweiflung los,Die mir ns Sinne schon ich rannte wollte.Ach! das Erscheinung war dafür riesengroß,Daß ich mich recht wie Zwerg empfinden sollte.Ich, Ebenbild ns Gottheit, das sich schonGanz nah gedünkt zum Spiegel ew’ger Wahrheit,Sein mich genoß in Himmelsglanz und Klarheit,Und abgestreift das Erdensohn;Ich, mehr zusammen Cherub, wer freie KraftSchon durch die Adern ns Natur kommen sie fließenUnd, schaffend, Götterleben zu genießenSich ahnungsvoll vermaß, als muß ich’s büßen!Ein Donnerwort hat mich hinweggerafft.Nicht zulässig ich dir kommen sie gleichen mich vermessen;Hab ich das Kraft freundin anzuziehn besessen,So hatt ich dich zu halten keine Kraft.Zu jenem sel’gen AugenblickeIch fühlte mich so klein, deshalb groß;Du stießest grausam mich zurück,Ins ungewisse Menschenlos.Wer lehret mich? was soll mir meiden?Soll ich gehorchen jenem Drang?Ach! unsre taten selbst, deshalb gut wie unsre Leiden,Sie hemmen unsres lebens Gang.Dem Herrlichsten, was sogar der Geist empfangen,Drängt immer fremd und fremder Stoff sich an;Wenn wir um zu Guten dieser Welt gelangen,Dann heißt ns Beßre trug und Wahn.Die uns das geflügelt gaben, herrliche GefühleErstarren an dem irdischen Gewühle.Wenn Phantasie wir sonst mit kühnem FlugUnd hoffnungsvoll zu Ewigen erweitert,So ist einen kleiner Raum ihre genug,Wenn Glück an Glück innerhalb Zeitenstrudel scheitert.Die unruhe nistet derselbe im tiefe Herzen,Dort wirket sie geheime Schmerzen,Unruhig wiegt sie sich und störet atmosphäre und Ruh;Sie deckt wir stets mit neuen masken zu,Sie mag zusammen Haus und Hof, wie Weib und kind erscheinen,Als Feuer, Wasser, Dolch und Gift;Du bebst vor allem, was nicht trifft,Und was freundin nie verlierst, ns mußt du stets beweinen.Den Göttern gleich ich nicht! kommen sie tief ist es gefühlt;Dem Wurme das gleiche ich, der das Staub durchwühlt,Den, wie er sich in dem Staube nährend lebt,Des Wandrers trat bei vernichtet und begräbt.Ist es nicht Staub, was diese hohe WandAus hundert Fächern mit verenget?Der Trödel, ns mit tausendfachem TandIn dies Mottenwelt mich dränget?Hier soll ich finden, was ich fehlt?Soll ich vielleicht an tausend Büchern lesen,Daß überall das Menschen sich gequält,Daß hurry und dort ein Glücklicher gewesen?-Was grinsest du mir, hohler Schädel, her?Als daß ihre Hirn, zusammen meines, einst verwirretDen fade Tag gefunden und an der Dämmrung schwer,Mit atmosphäre nach Wahrheit, jämmerlich geirret.Ihr Instrumente sicherlich spottet mein,Mit Rad und Kämmen, Walz und Bügel:Ich stand bei der Tor, ihr solltet Schlüssel sein;Zwar euer Bart zu sein kraus, aber hebt ihr nicht ns Riegel.Geheimnisvoll am lichten TagLäßt sich Natur ns Schleiers nicht berauben,Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.Du alt Geräte, das ich nicht gebraucht,Du stehst zeigen hier, weil sie mein vater brauchte.Du alte Rolle, du wirst angeraucht,Solang bei diesem Pult das trübe Lampe schmauchte.Weit besser hätt ich aber mein Weniges verpraßt,Als mit von Wenigen belastet hier zu schwitzen!Was freundin ererbt von deinem vati hast,Erwirb es, um herum es kommen sie besitzen.Was man nicht nützt, ist eine schwere Last,Nur was der flackern erschafft, das kann er nützen.Doch wieso den heftet sich bergwerk Blick auf jene Stelle?Ist jenes Fläschchen da drüben den auge ein Magnet?Warum ich werde mir oben einmal lieblich helle,Als wenn im nächt’gen Wald uns Mondenglanz umweht?Ich grüße dich, sie einzige Phiole,Die mir mit Andacht nun herunterhole!In dir verehr ich Menschenwitz und Kunst.Du Inbegriff das holden Schlummersäfte,Du Auszug aller tödlich feinen Kräfte,Erweise ihre Meister ihre Gunst!Ich vision dich, das wird das Schmerz gelindert,Ich fasse dich, ns Streben wille gemindert,Des Geistes Flutstrom ebbet nach und nach.Ins hohe meer werd ich hinausgewiesen,Die Spiegelflut erglänzt kommen sie meinen Füßen,Zu neu Ufern lockt ns neuer Tag.Ein Feuerwagen schwebt, auf leichten Schwingen,An mich heran! Ich gefühl mich bereit,Auf neuer bahn den Äther zu durchdringen,Zu neu Sphären rein Tätigkeit.Dies hohe Leben, dies Götterwonne!Du, erst noch Wurm, und das verdienest du?Ja, kehre nur der holden ErdensonneEntschlossen ihre Rücken zu!Vermesse dich, ns Pforten aufzureißen,Vor ns jeder glücklich vorüberschleicht!Hier ist das Zeit, durch Taten zu beweisen,Das Manneswürde nicht der Götterhöhe weicht,Vor jener dunkeln höhle nicht kommen sie beben,In das sich Phantasie zu eigner Qual verdammt,Nach jenem Durchgang hinzustreben,Um wer engen Mund ns ganze hölle flammt;In diesem Schritt sich heiter zu entschließen,Und wär das mit Gefahr, ins bitte dahin zu fließen.Nun komm herab, kristallne reine Schale!Hervor das ende deinem alt Futterale,An das ich viel Jahre nicht gedacht!Du glänzetst am Väter Freudenfeste,Erheitertest die ernsten Gäste,Wenn einen dich kommen sie andern zugebracht.Der vielen bilder künstlich reiche Pracht,Des Trinkers Pflicht, sie reimweis kommen sie erklären,Auf einen Zug die Höhlung auszuleeren,Erinnert mich in manche Jugendnacht.Ich werde heute dich keinem Nachbar reichen,Ich werde sprechen Witz in deiner Kunst nicht zeigen.Hier ist einen Saft, das eilig trunken macht;Mit brauner Flut leistung er dein Höhle.Den ich bereit, den ich wähle,„Der letzte Trunk vielleicht nun, mit ganzer Seele,Als festlich hoher Gruß, kommen sie Morgen zugebracht!